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TourismusBühnenVorträge

Gangerl und das mystische Myanmar

Ein wüster Weltenbummler berichtet über ein goldenes Land Vortrag über das mystische Myanmar

Gangerl und das mystische Myanmar

Der Aussteiger Wolfgang „Gangerl“ Clemens aus Roding, Jahrgang 1941, lebt seit über drei Jahrzehnten ein Leben voller Abenteuer. 1988 startete er mit selbstgebauter Segelyacht in der Donau zur großen Weltumsegelung. Damals noch der Überzeugung, sich für diese Herausforderung fünf bis zehn Jahre Zeit zu nehmen, wusste der gelernte Kunstschmied noch nicht, dass dies eine Lebensentscheidung war. Seitdem hat Clemens nach eigenen Angaben 127 Länder bereist, über 120.000 Seemeilen und 180.000 Kilometer an Land zurückgelegt. Zusammen genommen ist das eine Strecke, die mehr als acht Mal um die Erde reicht. In der bis dato dreiteiligen Buchreihe „Der Paradiesjäger“ berichtet der Autor über seine Reisen und teilt seine Erlebnisse in Filmvorträgen. Am Mittwoch, den 22. November, zeigt Gangerl in der Herzogsburg einen Sondervortrag über das mystische Myanmar.

 Myanmar sehr gläubiges Land

Das Kulturerbe Myanmars (Birma) ist stark von Buddhismus und uralten Traditionen geprägt. Auch heute noch werden Alltag und Lebensweise der Einwohner dadurch so intensiv wie in keinem anderen Land gelenkt. Gangerl reiste durch den vom Glauben an Buddhas Lehren geprägten, südostasiatischen Staat und erlebte eine entschleunigte Zeit. Er lernte die Sitten und Bräuche der Burmesen kennen, traf auf Indigene und besuchte eine Vielzahl an kulturellen Stätten und Sehenswürdigkeiten.

Flucht vor Gefängnisstrafe

Die erstmalige Einreise nach Myanmar scheiterte mit Clemens' Segelyacht „Bavaria II“ aufgrund eines fehlenden Dokuments. Um dem drohenden Polizeigewahrsam zu entgehen, floh der Weltenbummler zurück über das angrenzende Thailand nach Malaysia. Von dort führte seine Route auf dem Landweg über das lebhafte Bangkok ins burmesische Yangon.

Erster Halt war in Mandalay, der an der Einwohnerzahl gemessen zweitgrößten Stadt des Landes. Bemerkenswert empfand Gangerl das morgendliche Prozedere am Mahamuni Buddha Tempel, in der eine mit 3,80 Meter hohe, vergoldete Buddha-Statue das Zentrum der Anlage darstellt. Zahlreiche Menschen wohnten dort täglich der „Morgentoilette“ Skulptur bei. Mönche wuschen sie und putzten deren Zähne, während Gläubige auf Knien rutschend das Frühstück für Buddha brachten. Zeitgleich fanden die viertägigen Feierlichkeiten zum Neujahresfest „Thingyan“ statt, es war eine freudig ausgelassene Wasserschlacht. Auf den Straßen wurde ohne Rücksicht auf vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer Wasser aus Eimern, Leitungen und Wasserpistolen gespritzt, bis der ein oder andere sogar aus dem Sattel flog.

Nach der Besichtigung von Tropfsteinhöhlen und unter der Führung eines Einheimischen folgte eine wochenlange Reise tief ins Innere des Landes, um zu den indigenen Bergstämmen der Shan-Region zu gelangen. Doch eine Genehmigung, das Gebirge zu besuchen, erhielt der Aussteiger selbst nach tagelangem Warten nicht. Deshalb wagte er sich mit einer Geländemaschine nachts und auf abgelegenen Pfaden dorthin, was von der Behörde schließlich unbemerkt blieb.

Den tiefen Glauben und dessen Auswirkung auf die Menschen habe ich schon sehr bewundert.“

Auf dem Weg durch das streng gläubige Land fiel Gangerl besonders die überall sichtbare Spiritualität der Burmesen auf. Unzählige farbenreiche Stupas und Pagoden, die im Sonnenlicht und von dem mit bis zu 60 Tonnen aufgetragenen Blattgold bis in die Ferne strahlten, lagen auf seinem Weg. Erwähnenswert befindet er auch das Dorf Mingun, in welchem 1790 die größte Pagode der Welt errichtet werden sollte. Verbaut wurde dort eine Glocke mit beeindruckendem Gewicht von 87 Tonnen. „Egal, wo ich in Myanmar war, überall strukturiert der Buddhismus den Tagesablauf der Einheimischen. Den tiefen Glauben und dessen Auswirkung auf die Menschen habe ich schon sehr bewundert“, berichtet der Abenteurer. Als Beispiel nennt er einen Tempel auf dem Gipfel des erloschenen Vulkans Mount Popa. Dort huldigen Gläubige auch heiligen, übernatürlichen Wesen. Eine uns fremde, beinahe zauberhafte Welt, in der die Verehrung von Geistern und Buddhas Lehren höchsten Stellenwert besitzt.

Diese und noch viele weitere Erlebnisse seiner Reise durch den südostasiatischen Staat hat Gangerl in seinem Filmvortrag über das mystische Myanmar zusammengefasst. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Tickets gibt es an der Abendkasse, weitere Informationen auf www.gangerl.net.

 


Termine

DatumUhrzeitBuchungs-Link
22.11.202319:30 ‐ 19:35 Uhr
Veranstaltungsort
Herzogsburg
84130 Dingolfing, Obere Stadt 15
Veranstalter
Wolfgang Clemens