
Zukunft für die Innenstadt: Dingolfing entwickelt Wege für Klimagerechten Städtebau
Dingolfing ist eine von neun bayerischen Modellgemeinden im Praxistest
Mehr Grün, weniger Hitze, klügeres Regenwassermanagement: Dingolfing gehört zu den ausgewählten Kommunen, die im neuen Modellvorhaben des Freistaats Bayern zeigen, wie sich Innenstädte für den Klimawandel wappnen können. Dabei profitiert die Stadt von fachlicher Begleitung und einer Förderung von bis zu 60.000 Euro.
Die Stadt Dingolfing hat am Mittwoch die Auftaktbesprechung zum Modellprojekt „Klimagerechter Städtebau" abgehalten. Im kleinen Sitzungssaal des Rathauses trafen sich Bürgermeister Valentin Walk und Klimaschutzmanager Stefan Salzinger mit Andreas Wieland, Bauoberrat der Regierung von Niederbayern, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
Dingolfings Projekt: die Innenstadt neu denken
Dingolfing gehört zu neun bayerischen Kommunen, die der Freistaat für das neue Modellvorhaben ausgewählt hat. Ziel ist es, die Innenstadt besser auf Hitze und Starkregen vorzubereiten und gleichzeitig ihre Aufenthaltsqualität zu steigern. Das im vergangenen Jahr erstellte Hitzeschutzkonzept hat deutliche Hitzeinseln im Stadtzentrum aufgezeigt, an diesen Punkten setzt das Projekt nun an.
Denkbare Ansätze reichen von mehr Grün und weniger versiegelten Flächen über blau-grüne Infrastruktur mit Wasserflächen und Brunnen bis hin zum Schwammstadt-Prinzip, bei dem Regenwasser vor Ort gespeichert statt in die Kanalisation geleitet wird. Auch mehr Schatten, attraktivere Freiräume und eine durchdachtere Verkehrsführung sollen geprüft werden.
Gemeinsam mit Gastronomie und Handel
Bürgermeister Valentin Walk legt dabei Wert auf einen breiten Beteiligungsprozess: „Wir wollen in dieses Projekt auch die Gastronomie und die Geschäfte einbinden. Wir müssen gemeinsam denken und die Ideen gemeinsam erarbeiten."
Klimaschutzmanager Stefan Salzinger betont die Bedeutung des Projekts: „Wir wollen im Praxistest herausfinden, welche klimaangepassten Lösungen für unsere Innenstadt realistisch und umsetzbar sind. Entscheidend ist, dass wir dadurch einen langfristigen Plan aufstellen, mit dem wir die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt spürbar erhöhen können."
Begleitung und Förderung
Als Modellgemeinde erhält Dingolfing fachliche Beratung durch Staatsministerium und Bezirksregierung. Die wissenschaftliche Begleitung wird ergänzt durch regelmäßige Netzwerktreffen mit den anderen teilnehmenden Kommunen. Hinzu kommt eine Förderung von bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten, das entspricht rund 60.000 Euro. Ergeben sich aus dem Praxistest konkrete Umsetzungsprojekte, steht mit dem Förderprogramm „Klima wandel(t) Innenstadt" bereits ein passender Rahmen für die weitere Finanzierung bereit.


