Endlich ein Platz

Marienplatz neu Absperrung

Der „neue“ Marienplatz

 

Endlich ein Platz; so die vielgehörte Meinung über den neu gestalteten Marienplatz. Der Platz wirkt großzügig und offen, der auf die Südostseite verdrängte ruhende und fließende Verkehr erschließt, aber stört nicht. Die zwei neu gepflanzten Baumgruppen an den beiden Platzenden unterstützen den Platzcharakter und teilen den öffentlichen Raum nicht wie früher die Kastanien in zwei nebeneinanderliegende, lange Straßenbänder.

Entstanden ist nach dem Umbau ein Platz, der vielen Funktionen gerecht wird. Dem Kunden des Einzelhandels, weil ein Befahren und kurzzeitiges Parken möglich ist. Der Aufenthaltsqualität, weil abgeschirmte und großzügige Flächen geschaffen wurden, die gastronomisch genutzt, aber auch konsumfrei erlebt werden können. Den Veranstaltungen, weil eine moderne und vielseitige Infrastruktur verbaut worden ist, die auch die Sicht auf eine eventuelle Bühne deutlich verbessert.

Mit dem Nikolausmarkt hat der Platz die erste Bewährungsprobe bravourös bestanden. Der Eiszauber zur Eröffnung des Platzes wird dies wieder bestätigen. Beim Dingfest wird neben der technischen Infrastruktur deutlich werden, wie gut der Platz für Freiluftveranstaltungen mit einem ausgezeichneten Blick zur Bühne geeignet ist. Der Wochenmarkt im beginnenden Frühjahr bringt zusätzlich Leben und Lebensfreude auf den Platz zurück. Die Gastronomie freut sich auf die kommende Saison, in der der öffentliche Raum des Marienplatzes vollkommen neu und großartig erlebt werden wird.

Der neue Marienplatz ist auch das Ergebnis einer überaus erfolgreichen Bürgerbeteiligung. In der die Planung maßgeblich begleitenden Arbeitsgruppe wurden Betroffene zu Beteiligten gemacht. Anwohner, Einzelhändler, Gastronomen, Kunden und die administrativ Verantwortlichen haben zusammen Planungsziele erarbeitet und die Umsetzung in Planung und Bauausführung überwacht. Das hat sich bewährt. Die Regierung von Niederbayern hat diese Art der Bürgerbeteiligung mittlerweile anderen Kommunen als vorbildlich empfohlen. Mit einer Maßnahmenförderung in Höhe von fast 2 Millionen Euro aus den Gesamtkosten von rund 4,6 Mio. Euro wird diese Anerkennung auch monetär zum Ausdruck gebracht.

Für das kommende Frühjahr sind noch ein paar kleinere Restarbeiten vorgesehen und vor allem steht noch die Möblierung des Platzes an. Ausreichend Fahrradständer, Papierkörbe und Sitzgelegenheiten machen den Platz nutzerfreundlich. Der neue „Spuckbrunnen“ schafft gerade im Sommer eine interessante Spielfläche für Kinder und mit dem neu gestalteten Marienbrunnen wird die Tradition gewahrt und gleichzeitig auch bei diesem Brunnen wieder die Erlebbarkeit gerade für die jüngere Generation deutlich verbessert.

Der Marienplatz ist vorläufiger Abschluss der seit gut zwanzig Jahren durchgeführten Neugestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Verkehrsraum des Stadtzentrums. Vollständig neue Plätze wie der Spitalplatz und der Sparkassenplatz sind entstanden, fußgängerfreundliche Passagen haben die alten Baublöcke zwischen den Straßenräumen aufgebrochen und erlebbar gemacht. Das Parkraumangebot wurde mit der Tiefgarage Zentrum, dem Parkdeck Auenweg und dem Parkplatz an der Rennstraße ausgebaut, der Dingo als komfortabler, öffentlicher Nahverkehr entwickelt und das Verkaufsflächenangebot in der Innenstadt genauso erweitert wie das Wohn- und Dienstleistungsangebot. Die Revitalisierung des Stadtzentrums ist insgesamt gelungen. Trotzdem ist allen Verantwortlichen der Stadt bewusst und Bürgermeister Josef Pellkofer betont dies immer wieder: Stadtsanierung ist eine Daueraufgabe für die Stadt. Aber ein guter Zwischenabschluss ist dabei der neue Marienplatz auf jeden Fall.

 

drucken nach oben