Geschichte
Dingolfing - Geschichte einer kleinen Stadt
Seit Ende des 13. Jahrhunderts entstanden auch jenseits der Isar Siedlungsstellen, die sogenannten Schwaigen von Goben bis Sossau, die als hauptsächlich viehwirtschaftlich genutzte Betriebe in wenigen Beispielen sogar noch in unsere Zeit hineinragen. Die geschlossene Siedlungsweise innerhalb des alten Berings der Stadtmauern mit den Vorstädten Fischerei und Gries ist hier jedoch seit einigen Jahrzehnten diesseits und jenseits der Isar von breit gestreuter Wohnbebauung abgelöst. Die bäuerliche Struktur der Schwaigdörfer wurde von Industrieansiedlungen fast vollständig überlagert. Trotzdem fügt sich das von einer mittelständischen Kleinstadt zum führenden Industriezentrum Bayerns gewandelte Dingolfing immer noch ein in die umgebende Landschaft und in die gewachsene Tradition.
Die Altstadt lag einst in den wehrhaften Klammern ihrer Mauer, die in bestimmten Abständen mit stämmigen Türmen besetzt war. Tore öffneten sich dem Ein- und Ausreisenden. Größere Teile dieser alten Befestigung
Dingolfings große Zeit ersten Wachstums waren die Jahrhunderte von etwa 1350 bis 1600. Im Zeitalter der späten Gotik blühten Handel und Wandel, der Gewerbefleiß ihrer Bürger in Textil- und Lederverarbeitung verschaffte der Stadt einen gewissen Reichtum. Dieser wiederum ließ kulturelle und soziale Leistungen erstehen. Die von den Herzögen erteilten Privilegien und Gunstbeweise förderten die Selbstverwaltung und füllten auch den Stadtsäckel zur Bewältigung kommunaler Aufgaben.
Die Aufwärtsentwicklung des Gemeinwesens der Stadt Dingolfing wurde jedoch durch die großen Kriege der europäischen Mächte seit dem 17. Jahrhundert empfindlich gestört. Der Dreißigjährige, der Spanische und der österreichische Erbfolgekrieg verursachten schweren materiellen Schaden und dezimierten durch Seuchen die Bevölkerung.
Eine allgemeine Wende im Wirtschaftsleben jener Zeit eröffnete aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts neue Hoffnung für die Zukunft. Die Verbesserung der Verkehrsbeziehungen durch die Errichtung von Eisenbahnen und den Bau neuer Straßen trug wesentlich dazu bei, daß sich jetzt Ansätze jenes Gewerbezweigs bilden konnten, der seither die gesamte Existenz der Stadt beherrscht: die Industrie. Hand in Hand damit ging die Verbesserung der verwaltungstechnischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse am Ort. Neu- und Umbauten, ferner der Abbruch hinderlicher Bausubstanz, dem jedoch leider unersetzliche historische Werte zum Opfer fielen, begannen ein anderes Bild der Stadt zu zeichnen.
Aus einer Reparaturwerkstätte für Landmaschinen entstand seit 1905 Dingolfings größter Industriebetrieb -
Diese rasch steigende Entwicklung der Industrie und der starke Zustrom von Neubürgern hat nach 1945 in Dingolfing wie in keiner anderen Stadt Niederbayerns eine Neubelebung des Wohnungsbaus gefördert. So bildeten sich weitere Ansiedlungen nordwestlich und nordöstlich des Altstadtkerns, besondere Ausweitung aber erfuhr die "Neustadt" im Gebiet der alten Schwaigdörfer und auf den sogenannten Schwammerl- und Sossauer-Wiesen, sowie im Bereich Höll-Ost. In den letzten Jahren entstanden zudem neue Baugebiete - wie das Brunnerfeld und die Ennserstraße. Der davon bedingte Ausbau der städtischen Infrastruktur, die Maßnahmen öffentlicher Versorgung, der Bau von Schulen, Kindergärten, Kranken- und Altenheimen ließ Dingolfing zum Mittelzentrum eines größeren Umlandes als je zuvor werden.





